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Ergotherapie

Ergotherapie für Kinder, Jugendliche und
ältere Menschen

Für die Ergotherapie zählt die menschliche Selbstwirksamkeit und Handlungsfähigkeit zum höchsten Gut. Ergotherapeuten unterstützen und begleiten Menschen, jeden Alters dabei genau dieses Grundbedürfnis sicherzustellen, zu erweitern oder wiederzuerlangen. 

Wer bezahlt die ergotherapeutische Behandlung?

Ergotherapie bei Kindern wird von der Krankenkasse, bzw. der Sozialversicherung (IV) übernommen.

Bei Erwachsenen Personen wird die Ergotherapie durch die Kranken-, Unfall-, Invaliden- und Militärversicherung finanziert.

Wer verordnet eine Ergotherapie?

Ergotherapie darf von allen Ärzten aller Fachrichtungen, inkl. Psychiatern verordnet werden.

Bei welchen Indizien wird Ergotherapie empfohlen?
  • Kinder und Erwachsene, die aufgrund einer Verletzung oder Erkrankung der Hand, des Arms oder der Schulter in ihrer tägliche Handlungsfähigkeit eingeschränkt sind
  • Erkrankungen und Verletzungen des Zentralnervensystems beeinträchtigen sensomotorische Fähigkeiten, kognitive und emotionale Funktionen und das soziale Erleben
  • Kinder und Jugendliche, die aufgrund einer angeborenen, entwicklungsbedingten oder erworbenen sensorischen, motorischen, kognitiven oder/und psychischen Beeinträchtigung eingeschränkt sind
  • Einschränkung der täglichen Handlungsfähigkeit aufgrund von psychischer Erkrankung, einem Unfall oder sozialer Umstände
  • Fortgeschrittenes Alter bringt körperliche, psychische und soziale Veränderungen mit sich, die sich auf das tägliche Leben auswirken

«Für mich bedeutet die Arbeit als Ergotherapeutin, Menschen in ihren Grundbedürfnissen, ihren Zielen und der Teilhabe am Leben zu unterstützen und belgeiten. Handeln = Leben. Die Begegnungen, die Gespräche, das gemeinsame Handeln, die Erfolge, die Erarbeitung und Umsetzung der Ziele bereitet mir Freude und bereichern meinen Alltag.»

Ergotherapie bei Kindern und Jugendlichen

Jedes Kind ist einzigartig & besonders

Jedes Kind ist einzigartig und entwickelt sich in seinem individuellen Tempo. Dennoch gibt es Kinder, die in verschiedenen Bereichen der Entwicklung Auffälligkeiten zeigen. Diese unterschiedlichen Beeinträchtigungen im Kindes- und Jugendalter äussern sich unter anderem in Bewegungsstörungen, Aggressionen, Hyperaktivität, Abwehrverhalten, Ängstlichkeit, Neigung zu Unfällen, Lernschwierigkeiten, Leistungsdefiziten, uvm.

Welches sind mögliche Diagnosen für eine ergotherapeutische Behandlung bei Kindern?
  • Umschriebene Entwicklungsstörung motorischer Funktionen / UEMF / ICD 10 - F82
  • Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom / ADS
  • Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom / ADHS
  • Lernstörungen/Teilleistungsschwächen
  • Visuell-räumliche Störungen
  • Autismus-Spektrum-Störungen / ASS
  • Zerebralparese
  • Plexusparese
  • Allgemeine Entwicklungsverzögerung
  • Kognitive Beeinträchtigungen
  • Mehrfachbehinderungen
  • und weitere …

Weitere Informationen: https://www.ergotherapie.ch/ergotherapie-de/mit-kindern-und-jugendlichen/

Welche Ziele könnten in der ergotherapeutischen Behandlung von Kindern und Jugendlichen verfolgt werden?
  • Ermöglichen und Einüben altersadäquater Fertigkeiten wie das Anziehen, Essen, Velofahren, Schreiben, Spielen etc.
  • Förderung der Aufnahme und Verarbeitung von Sinnesinformationen (Tastsinn, Körpereigenwahrnehmung, Gleichgewicht)
  • Funktionelle und betätigungsorientierte Förderung der Grob- und Feinmotorik
  • Vermitteln handlungsstützender Strategien wie die fokussierte Aufmerksamkeit, Planen und Kontrollieren
  • Förderung sozialer und emotionaler Kompetenzen
  • Training der der visuellen, auditiven, räumlichen und an das Gedächtnis gebundenen Fähigkeiten als Voraussetzungen für die Handlungsfähigkeit
  • Hilfsmittelberatung und -anpassung, Anfertigung von Schienen
    Eltern- und Umfeldberatung, Prävention
  • und weitere …

«Mein höchstes Ziel ist es jedes Kind in seiner Besonderheit wahr zu nehmen und dort abzuholen wo es steht. Durch gezielte Bewegungsangebote, handwerkliche, gestalterische und alltägliche Aktivitäten, werden die verschiedenen Wahrnehmungsbereiche stimuliert, die Motorik gefördert und somit bedeutungsvolle Betätigung ermöglicht.»

ERgotherapie bei älteren Menschen

Lebensqualität auch im fortgeschrittenen Alter

Ein fortgeschrittenes Alter bringt körperliche, psychische und soziale Veränderungen mit sich, die sich auf das tägliche Leben auswirken. So kann es plötzlich Schwierigkeiten bereiten, zu sich selber oder anderen zu schauen, sein Zuhause aufzuräumen, eine Fernsehsendung zu verfolgen, aus dem Haus zu gehen oder bei einem Bankomaten Geld abzuheben.

Welches sind mögliche Diagnosen für eine ergotherapeutische Behandlung bei älteren Menschen?
  • Schlaganfall
  • Schädel-Hirn-Trauma
  • Chronische neurologische Erkrankungen, wie z.B. Morbus Parkinson oder Multiple Sklerose
  • Demenzielle Erkrankungen
  • und weitere …
Welches sind mögliche Zielesetzung bei einer ergotherapeutischen Behandlung von älteren Menschen?
  • Grösstmögliche Selbständigkeit erreichen oder erhalten
  • Erhalt oder Verbesserung der körperlichen und motorischen Fähigkeiten
  • Erhaltung der Grundmobilität
  • Aktivierung und Förderung geistiger Fähigkeiten wie Gedächtnis und Konzentration
  • Förderung und Erhaltung der Kontaktfähigkeit, Kommunikation und Orientierung
  • Psychische Stabilisierung und Hilfestellung bei seelischen Problemen
  • Verbesserung und Erhaltung der Lebensqualität zu Hause und im Alters- oder Pflegeheim
  • Kompensationsmöglichkeiten bei bleibenden Defiziten finden und aufzeigen
  • Prävention
  • und weitere …

«Bei der Behandlung von älteren Menschen, liegt es mir besonders am Herzen, dass sie ihren Alltag möglichst selbstbestimmt leben können. Die Erhaltung der grösstmöglichen Selbständigkeit und Entscheidungsfähigkeit ist somit das höchste Ziel.»